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Multikulturelles Leben

Sonntag – ich habe ausgeschlafen, ausgiebig gefrühstückt und nun ist es Zeit über meine Erlebnisse der letzten 2 Wochen zu berichten.

Nachdem ich nach einer Woche endlich meinen Studentenausweis erhalten habe, konnte mein 5. Semester beginnen. Da ich festgestellt habe, dass mich 7 Vorlesungen/ Seminare in der Woche plus drei Mal die Woche Polnischkurs nicht auslasten, habe ich mich im Fitnessstudio “ Energym“ angemeldet.

Unser WG- Leben ist sehr entspannt, obwohl wir ab und zu Probleme mit Orsi haben, die das erste Mal von zu Hause ausgezogen ist und somit noch keine großen Erfahrungen bezüglich Putzen, Kochen und Privatsphäre besitzt. Deshalb machen Alex und ich einmal die Woche eine große Putzaktion mit guter Musik. Anschließend belohnen wir uns mit einer guten Tasse Kaffee und einer ZigaretteJ. Das Wetter lädt nicht wirklich dazu ein lange Spaziergänge zu machen. In unserer Wohnung ist es kuschlig warm und dank meiner Festplatte verwandelt sich mein Zimmer sehr oft zu einem Programmkino mit 2 gemütlichen Sesseln und einem großen Tisch, der als Ablage für die notwendige Verpflegung dient.

Meine Kurse sind alle sehr unterschiedlich, was vorrangig an den vielfältigen Methoden, die die Professoren in ihren Vorlesungen nutzen, liegt. Meine Anthropologie- Professorin, in den USA aufgewachsen und seit 1985 in Krakau, gestaltet ihre Vorlesungen sehr lebhaft. Sowohl vorige Woche, als auch diese Woche Donnerstag haben wir im Rahmen unserer Anthropologie- Vorlesung die Stadt erkundet und haben an vielen Bauwerken erkannt, dass Krakau durch unzählige Kulturen und Religionen, wie zum Beispiel das Judentum, geprägt ist. In den Vorlesungen und in meinem Polnischkurs fällt auf, dass circa 40 % deutsche und 40% spanische Erasmusstudenten in Krakau für 1-2 Semester studieren. Die restlichen 20 % teilen sich vorrangig Slowaken, Italiener, Franzosen, Holländer und Ungarn.

Meine Ansicht, dass wir Deutschen die sprachfaulsten Europäer sind, konnte ich nach 3 Wochen ablegen, denn vielen spanischen Studenten gelingt es nicht, eine Frage auf Englisch zu stellen. Auch ihr Interesse an den jeweiligen Themen der Kurse lässt leider zu wünschen übrig. Trotz alledem konnte ich feststellen, dass bei dem Zusammentreffen von Studenten verschiedener Nationen sehr hochwertige Diskussionen zustande kommen. Denn die Studenten aus osteuropäischen Ländern glänzen mit ihrem unglaublichen Faktenwissen, westeuropäische Studenten halten sich entweder aufgrund mangelnder Englischkenntnisse vollkommen zurück (zu mindestens bei Diskussionen, ansonsten sind sie oftmals sehr heiter in den hinteren Reihen anzutreffen) oder werfen einfach eine These ohne Begründung in den Raum. Die deutschen Studenten diskutieren bis zum Umfallen, wenn sie sich unverstanden fühlen und genießen es, ihr Wissen den anderen Studenten mitzuteilenJ.

Seit einer Woche besuche ich meinen Polnischkurs. Nach dem ersten Treffen war ich zunächst ein bisschen erschöpft, da fast alle der Kursmitglieder zweisprachig erzogen worden sind und lediglich Probleme mit der polnischen Grammatik haben. Ansonsten sprechen sie nahezu fließend. Aber ganz nach meinem Zitat am Ende der 10. Klasse: „Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.“ (Albert Einstein), werde ich mich nun dahinter klemmen und lernen. Deshalb habe ich mich beim Goetheinstitut für eine Tandempartnerschaft beworben. Für die, die nicht wissen was damit gemeint ist: ich bekomme einen Polen oder eine Polin zugewiesen, dem/ der ich Deutsch lernen und im Gegenzug wird mir Polnisch gelehrt.

Einen kleinen Job habe ich auch gefunden. Einmal wöchentlich fahre ich nach Wieliczka und lerne der kleinen Dascha die deutsche Sprache auf spielerische Art und Weise. Dascha ist 5 Jahre alt und besucht seit September die Vorschule. Mit ihren Eltern verstehe ich mich auch sehr gut und ich fühle mich in der Familie wie eine Art Aupairmädchen.

Vergangenes Wochenende bekam ich Besuch von meiner Freundin Mareen, die derzeit ihr Auslandssemester in Breslau verbringt. Zusammen erkundeten wir die Stadt, machten einen Rundgang um die Wawel herum, tranken leckere polnische Schokolade, die hierzulande dickflüssig ist – ein Traum für jeden Schokoholiker. Trotz der Kälte und eines Missgeschickes in der berühmten Marienkirche, einige meiner Freunde würden mit Sicherheit solch ein komisches Erlebnis als „der Elisa-Move“ bezeichnen, zogen wir den Stadtrundgang durch und wärmten uns anschließend in meiner Wohnung auf und schauten dabei Filme. Es war ein wunderschönes Wochenende und ich freue mich schon auf Mitte November, wenn wir uns wiedersehen, diesmal dann in Breslau.

Nächste Woche werden mich meine Eltern besuchen. Auf dem Plan steht ein Konzertbesuch und ein Ausflug ins 100 km entfernte Skigebiet Zakopane.

Ich würde Euch allen sehr gerne Fotos zeigen, allerdings funktioniert das Heraufladen nicht. Wenn mir jemand helfen kann, dann würde ich mich sehr freuen.

Ich hoffe, es geht Euch allen gut, ob in Görlitz, Dresden, Spremberg, Innsbruck, München, Kirschau, Freiburg, Magdeburg, Rom, Magdeburg, Tübingen, Nantes, Zittau …

Liebe Grüße,

Eure Elisa

23.10.11 21:09

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