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     Wszystkich  Świętych  

Polska w Unii Europejskie

 
 
Nachdem wir über 2 Wochen arge Probleme mit unserem Internet hatten, möchte ich mich zunächst bei den Leidtragenden, die geduldig versucht haben mit mir zu skypen, entschuldigen. Wir können es immer noch nicht glauben, dass es nach unzähligen Besuchen des freundlichen und sehr geduldigen Internetelektronikers wirklich wieder funktioniert.

Ende Oktober waren mich meine Eltern besuchen, was mich sehr gefreut hat. Ich habe Ihnen die Stadt vor allem das Jüdische Viertel gezeigt. Ein kleiner Tipp für alle, die einmal einen Städtetrip nach Krakau machen: Direkt auf dem jüdischen Marktplatz gibt es ein nettes Cafè im siebziger Jahre Stil. Abgesehen von den gut aussehenden Kellnern, findet man hier ausgezeichneten Kaffee, leckere Torten und laut Alex auch exzellente warme Speisen.

Einen Tag nachdem meine Eltern wieder heimfuhren, war der 1. November –     „Wszystkich Świętych“ – Allerheiligen. Ich bin sehr froh darüber, dass das wunderschöne Wetter dazu einlud , hinauszugehen und wie so üblich an diesem Tag in Polen hatte ich einen ausgiebigen Spaziergang über die Friedhöfe gemacht um an die Verstorbenen zu gedenken. Dieses Meer von Kerzen zu bestaunen ist ein unvergessliches Erlebnis und wenn Ihr Euch zufällig an diesem Feiertag einmal in Polen aufhaltet, dann macht einen Ausflug auf einen Friedhof. Vor allem die Fröhlichkeit der Menschen hat mir sehr gefallen.

In der vergangenen Woche habe ich mich erstmals mit meinem Tandempartner Michał in einem sehr netten Cafè (ulica Kanonicza 11) getroffen. Michał ist 22 Jahre alt, studiert Philosophie und Religionswissenschaften und kommt ursprünglich aus Rzeszów, Hauptstadt der Woiwodschaft (Bundesland) „Karpatenvorland“ mit circa 178.227 Einwohnern.

Fast zwei Stunden haben wir uns, abwechselnd er auf Deutsch und ich auf Polnisch, vorgestellt und einen Plan für die nächsten 2 Monate aufgestellt, welche Themen wir behandeln möchten. Ich kann diese Art von Sprachunterricht nur jedem empfehlen, denn durch die lockere Atmosphäre einerseits und die hohe Motivation beider Tandempartner, lernt man unglaublich viel dazu. Meine Polnischlehrerin ist zwar sehr nett, allerdings ist es sehr demotivierend, wenn man 3-mal die Woche die polnische Grammatik im Schnelltempo behandelt.

Einmal die Woche fahre ich mit der stets überfüllten Buslinie 304 nach Wielicka um auf Dascha aufzupassen. Wir gingen in einen großen Park nahe der berühmten Salzmine, spazieren, fütterten die Enten und verbrachten gefühlte 10 Stunden auf dem Spielplatz. Durch diese Arbeit wächst mein Respekt  gegenüber Kindergärtner/-innen, Grundschullehrer/-innen, Aupairmädchen, Tagesmütter usw.

Am vergangenen Mittwochabend gab es ein gemeinsames Abendessen in meiner WG. Anschließend machten Alex und ich uns mit 2 Flaschen Wein auf den Weg zu einer befreundeten polnischen WG. Merkwürdigerweise wurde mir immer wieder neuer Wein ins Glas eingegossen, so dass ich insgesamt circa 4 unterschiedliche Weinsorten ausprobierte, welche das Aufwachen am nächsten Morgen aufgrund höllischer Kopfschmerzen sehr erschwerte. Und wie das nun mal so ist an einem solchen heiteren Abend, entfachen heftige, typisch studentische Diskussionen, in denen jeder auf einmal furchtbar politisch interessiert ist und genau wisse, was die Probleme der derzeitigen Regierung sind und selbstverständlich auch wie man diese lösen kann.

Für mich ist es aber immer wieder sehr interessant, wenn Polen von dem “reichen Deutschland“ schwärmen und sich vorstellen können in Zukunft in Deutschland zu arbeiten. Verstehen kann man dies natürlich, denn oftmals ist ein akademischer Abschluss in Polen gleichzusetzen mit einer 2 jährigen Berufsausbildung, wie wir sie in Deutschland haben. Studiengänge, wie zum Beispiel Lehramt, BWL, Sozialwissenschaften bedeuten hierzulande, vorausgesetzt man findet überhaupt einen Job findet, dass man circa  300 – 400 € im Monat verdient, also weniger als ein Sozialtransferempfänger in Deutschland. Folge ist natürlich, dass sie den Wunsch wahrmachen und in reichere Länder, wie Deutschland und derzeit sehr populär für junge Polen Großbritannien „fliehen“, um dort ihre erworbenen Fähigkeiten anzuwenden.

Warum ich darüber schreibe? Während der letzten 2 Jahre wurde immer wieder im Rahmen meines Studiums über Identität, vor allem über regionale und europäische Identität, gesprochen. Meine täglichen Erfahrungen in Krakau haben mich sehr zum Nachdenken aber auch zum Umdenken angeregt.

 

In diesem philosophischen Sinne wünsche ich Euch Allen liebe Grüße,

Elisa

1 Kommentar 16.11.11 16:08, kommentieren

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Multikulturelles Leben

Sonntag – ich habe ausgeschlafen, ausgiebig gefrühstückt und nun ist es Zeit über meine Erlebnisse der letzten 2 Wochen zu berichten.

Nachdem ich nach einer Woche endlich meinen Studentenausweis erhalten habe, konnte mein 5. Semester beginnen. Da ich festgestellt habe, dass mich 7 Vorlesungen/ Seminare in der Woche plus drei Mal die Woche Polnischkurs nicht auslasten, habe ich mich im Fitnessstudio “ Energym“ angemeldet.

Unser WG- Leben ist sehr entspannt, obwohl wir ab und zu Probleme mit Orsi haben, die das erste Mal von zu Hause ausgezogen ist und somit noch keine großen Erfahrungen bezüglich Putzen, Kochen und Privatsphäre besitzt. Deshalb machen Alex und ich einmal die Woche eine große Putzaktion mit guter Musik. Anschließend belohnen wir uns mit einer guten Tasse Kaffee und einer ZigaretteJ. Das Wetter lädt nicht wirklich dazu ein lange Spaziergänge zu machen. In unserer Wohnung ist es kuschlig warm und dank meiner Festplatte verwandelt sich mein Zimmer sehr oft zu einem Programmkino mit 2 gemütlichen Sesseln und einem großen Tisch, der als Ablage für die notwendige Verpflegung dient.

Meine Kurse sind alle sehr unterschiedlich, was vorrangig an den vielfältigen Methoden, die die Professoren in ihren Vorlesungen nutzen, liegt. Meine Anthropologie- Professorin, in den USA aufgewachsen und seit 1985 in Krakau, gestaltet ihre Vorlesungen sehr lebhaft. Sowohl vorige Woche, als auch diese Woche Donnerstag haben wir im Rahmen unserer Anthropologie- Vorlesung die Stadt erkundet und haben an vielen Bauwerken erkannt, dass Krakau durch unzählige Kulturen und Religionen, wie zum Beispiel das Judentum, geprägt ist. In den Vorlesungen und in meinem Polnischkurs fällt auf, dass circa 40 % deutsche und 40% spanische Erasmusstudenten in Krakau für 1-2 Semester studieren. Die restlichen 20 % teilen sich vorrangig Slowaken, Italiener, Franzosen, Holländer und Ungarn.

Meine Ansicht, dass wir Deutschen die sprachfaulsten Europäer sind, konnte ich nach 3 Wochen ablegen, denn vielen spanischen Studenten gelingt es nicht, eine Frage auf Englisch zu stellen. Auch ihr Interesse an den jeweiligen Themen der Kurse lässt leider zu wünschen übrig. Trotz alledem konnte ich feststellen, dass bei dem Zusammentreffen von Studenten verschiedener Nationen sehr hochwertige Diskussionen zustande kommen. Denn die Studenten aus osteuropäischen Ländern glänzen mit ihrem unglaublichen Faktenwissen, westeuropäische Studenten halten sich entweder aufgrund mangelnder Englischkenntnisse vollkommen zurück (zu mindestens bei Diskussionen, ansonsten sind sie oftmals sehr heiter in den hinteren Reihen anzutreffen) oder werfen einfach eine These ohne Begründung in den Raum. Die deutschen Studenten diskutieren bis zum Umfallen, wenn sie sich unverstanden fühlen und genießen es, ihr Wissen den anderen Studenten mitzuteilenJ.

Seit einer Woche besuche ich meinen Polnischkurs. Nach dem ersten Treffen war ich zunächst ein bisschen erschöpft, da fast alle der Kursmitglieder zweisprachig erzogen worden sind und lediglich Probleme mit der polnischen Grammatik haben. Ansonsten sprechen sie nahezu fließend. Aber ganz nach meinem Zitat am Ende der 10. Klasse: „Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.“ (Albert Einstein), werde ich mich nun dahinter klemmen und lernen. Deshalb habe ich mich beim Goetheinstitut für eine Tandempartnerschaft beworben. Für die, die nicht wissen was damit gemeint ist: ich bekomme einen Polen oder eine Polin zugewiesen, dem/ der ich Deutsch lernen und im Gegenzug wird mir Polnisch gelehrt.

Einen kleinen Job habe ich auch gefunden. Einmal wöchentlich fahre ich nach Wieliczka und lerne der kleinen Dascha die deutsche Sprache auf spielerische Art und Weise. Dascha ist 5 Jahre alt und besucht seit September die Vorschule. Mit ihren Eltern verstehe ich mich auch sehr gut und ich fühle mich in der Familie wie eine Art Aupairmädchen.

Vergangenes Wochenende bekam ich Besuch von meiner Freundin Mareen, die derzeit ihr Auslandssemester in Breslau verbringt. Zusammen erkundeten wir die Stadt, machten einen Rundgang um die Wawel herum, tranken leckere polnische Schokolade, die hierzulande dickflüssig ist – ein Traum für jeden Schokoholiker. Trotz der Kälte und eines Missgeschickes in der berühmten Marienkirche, einige meiner Freunde würden mit Sicherheit solch ein komisches Erlebnis als „der Elisa-Move“ bezeichnen, zogen wir den Stadtrundgang durch und wärmten uns anschließend in meiner Wohnung auf und schauten dabei Filme. Es war ein wunderschönes Wochenende und ich freue mich schon auf Mitte November, wenn wir uns wiedersehen, diesmal dann in Breslau.

Nächste Woche werden mich meine Eltern besuchen. Auf dem Plan steht ein Konzertbesuch und ein Ausflug ins 100 km entfernte Skigebiet Zakopane.

Ich würde Euch allen sehr gerne Fotos zeigen, allerdings funktioniert das Heraufladen nicht. Wenn mir jemand helfen kann, dann würde ich mich sehr freuen.

Ich hoffe, es geht Euch allen gut, ob in Görlitz, Dresden, Spremberg, Innsbruck, München, Kirschau, Freiburg, Magdeburg, Rom, Magdeburg, Tübingen, Nantes, Zittau …

Liebe Grüße,

Eure Elisa

1 Kommentar 23.10.11 21:09, kommentieren

UsosWeb - Dank an die TU Dresden

Nachdem ich im Sommer 2007 das erste Mal Krakau besuchte, begann ich nun am vergangenen Sonntag mein lang ersehntes Auslandssemester an der Jagiellonen-Universität, nach der Karls- Universität Prag die zweitälteste Universität in Mitteleuropa. Auf dem Weg von Zgorzelec nach Krakau fährt man durch wunderschöne Landschaften hindurch sowie durch die zwei polnischen Industriemetropolen Breslau und Katowice. Diese Aussicht blieb mir jedoch verwehrt, denn im Auto meiner Eltern nutzte ich die Chance zu schlafen, da ich den Abend zuvor auf einer Geburtstagsfeier bis in die frühen Morgenstunden war. Dies war zugleich auch mein Abschied von 3 Monaten Semesterferien in meiner Heimatstadt.

Als wir um 16.00 Uhr endlich die Wohnungsschlüssel erhielten, lautete es für meinen Vater und mich die unzähligen Taschen und Kisten von mir und Alex, mein Mitbewohner und Kommilitone aus Görlitz, in den 2. Stock zu tragen. Bevor ich meinen Vater verabschiedete, machten wir noch gemeinsam mit meiner ungarischen Mitbewohnerin Orsi einen Großeinkauf. Am späten Abend kam dann Alex, der aufgrund technischer Probleme eine lange Anreise hatte.

Am Montag sollte es gleich für uns Erasmus-Studenten losgehen. Als erstes gingen wir ins Internationale Studentenbüro. Nach 3  ½ Stunden Warten in einem urigen Hausflur wurden wir offiziell registriert. Mein Studentenausweis, den wir einen Tag später abholen konnten, ist nur leider auf mysteriöse Art und Weise spurlos in der Druckerei verschwunden. Folglich besitze ich immer noch keinen Studentenausweis, der mir vielfältige Vergünstigungen bietet zum Beispiel 50 % Rabatt auf Bahntickets oder kostenloser Eintritt bei Erasmuspartys. Aber mein täglicher 4 km Lauf bis zum Büro ist nun Routine für mich geworden und ich werde jedes Mal mit einem freundlichen „Przepraszam“ (=Entschuldigung) vertröstet.

Am Dienstag machte ich einen polnischen Sprachtest, damit das Sprachinstitut entscheiden kann, welchen Sprachkurs ich ab nächster Woche besuche werde. Ich war wirklich über die hohen Anforderungen erstaunt, denn es wurden vor allem Grammatikkenntnisse geprüft. Ich beendete ihn nach 45 min und weiß jetzt, dass ich noch viele Stunden investieren werde um die polnische Konjugation und Deklination zu verstehen.

Eine große Katastrophe an der Jagiellonen Universität ist jedoch die Registrierung via „Usos Web“  in die entsprechenden Kurse. Diese Probleme umfangreich zu erläutern würden den Rahmen sprengen. Ich möchte nur erwähnen, dass ich sehr froh bin, dass ich im Jahr 2008 für ein Jahr an der TU Dresden studiert habe. Diese Erfahrungen, vor allem aber die Kenntnisse über organisatorische Strukturen an UNI´s mit über 40.000 Studenten, helfen mir hier die Ruhe zu bewahren.  Ferner muss man lernen sich damit abzufinden, dass einige Kurse bereits voll sind und man nicht das Gewünschte bekommt. Doch ich bin, nach einem Jahr Italienischsprachkurs und dem Projekt „Vogelhaus XXL“ an der Hochschule Zittau/ Görlitz, davon überzeugt, dass gerade bei Kursen, die man zunächst vehement ablehnt, sich im Laufe des Semester Interesse entwickeln kann. Somit werde ich voraussichtlich folgende Kurse besuchen:

Anthropology – Cultural Pluralism; Media Art in Poland,; Poland in the EU; Transatlantic Health Care Systems; Gay literature and social change; History of Polish Culture;  EU Security policy

An meinem allerersten Erasmus- Wochenende werde ich hier, hoffentlich mit einem Studentenausweis, die Stadt erkunden und natürlich das Partyleben genießen. Bis dahin,

Pozdrawiam z Krakowa,

Elisa

14 Kommentare 6.10.11 23:32, kommentieren

Meine neue Adresse

Hier wohne ich ab 2. Oktober 2011:

http://www.rentsellersgroup.com/index.php?event=student_offer&id1=264&id2=apartment-for-students&PassTransType=1&PassCity=0&PassDistrict=0&PassPriceOrder=&PassApartType=&PassLiveCondType=2

 

ulica Litewska 24 a/ 4

30-001 Kraków, Polen

 

Email: elisaliehmann@googlemail.com

Handynummer: 0049 151 42528908

 

Liebe Grüße,

Eure Elisa

 

 

1 Kommentar 21.9.11 09:27, kommentieren